Die Kirche von Hohenwussen

Die Kirche von Hohenwussen ist auf einem Berg gelegen und ragt mit ihrem Turm weithin sichtbar in die Höhe. Auch der slawisch-deutsche Ortsname nimmt auf die Höhe des Berges Bezug: "Hohenwussen" heißt "Hoher Hochort"

Der Kirchberg ist vermutlich schon im 11. Jahrhundert befestigt gewesen, vielleicht ist die Burg auch noch älter und beherbergte einstmals ein slawisches Heiligtum. Im dreißigjährigen Krieg scheint die Befestigung noch einmal erneuert worden zu sein. Jetzt ist davon immerhin noch ein recht hoher quadratischer Wall übrig in den mehrere prächtige Mausoleen aus dem 19. Jahrhundert eingelassen sind.

 

Inmitten des vom Wall umschlossenen Friedhofes liegt die Kirche. Von der schon 1261 vermuteten ersten Kirche an dieser Stelle ist vielleicht als einzige Spur der im inneren des Kirchendaches sichtbare Putzrand erhalten, der ein wesentlich kleineres Dach als das jetzige abbildet. Die älteste erhaltene Bausubstanz bilden die beiden unteren Geschosse des Turmes, die in die Zeit um 1500 datiert werden. Der Turm ist auf seiner Südseite durchbrochen von einem kunstvoll verzierten Tor, das der starken Verwitterung wegen nur noch mit Mühe die Jahreszahl 1697 erkennen läßt. Diese Zahl wird als Hinweis auf die Entstehungszeit der oberen Geschosse des Turmes sowie des jetzigen Kirchenschiffes gedeutet. Es besteht aus einem flach gedeckten Saal mit aus dem Achteck geschlossener Ostendung. Die Fenster sind im Korbbogen geschlossen und haben gotisierende Gewände. Aus der selben Zeit stammen auch die Emporen und der Kanzelaltar – eine Bretterwand, die von Wolken und Engelsköpfen umgeben ist und in deren Mitte der Kanzelkorb angebracht ist. Die Kanzelkonsohle ruht auf einer geschnitzten Darstellung des Gotteslammes. Gekrönt wird der Altaraufbau durch eine Figur des auferstandenen Christus.

Bemerkenswert ist die Bemalung der durch aufgelegte Leisten kassettierten Decke aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dargestellt sind auf 26 Kassetten in Lebensgröße die Apostel und Propheten. Die "Neue Sächsische Kirchengalerie" vermerkt über diese Gemälde: "Haben sie auch keinen künstlerischen Wert, so gereichen sie immerhin dem Gotteshaus zur Zierde."

Die pneumatische Orgel stammt von 1902, dessen Prospekt in seinen Hauptteilen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammt. Der Gemeindegesang wird zur Zeit aber von einem Harmonium begleitet, da die Orgel leider völlig unbrauchbar ist und nur mit großem finanziellen Aufwand reparabel wäre.

Geld sammelt die Kirchgemeinde zur Zeit für die nötige Sanierung des Turmes, der übrigens gelegentlich zu Aussichtszwecken bestiegen werden kann.

Die Kirche von Hohenwussen gehört zur Kirchgemeinde Naundorf. Einmal monatlich finden Gottesdienste statt. Besondere Höhepunkte sind das Erntedankfest, das Reformationsfest mit Kirchweih und der Heilige Abend.  

 

Quellen: Neue Sächsische Kirchengalerie, Leipzig 1901; Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Dresden 1905

Unsere Bankverbindung:
Kreditinstitut: Bank für Kirche und Diakonie; IBAN: DE 14 3506 0190 1670 4090 11; BIC: GENODED1DKD Empfänger: Kirchgemeinde Naundorf ; Verwendungszweck: Kirche Hohenwussen