Die St.-Katharinenkirche in Naundorf

Das Dorf Naundorf ist etwa 6 km südlich der Großen Kreisstadt Oschatz in Sachsen gelegen. Es ist dem Namen nach ein "neues" Dorf, konnte aber im Jahr 1993 sein 750-jähriges Bestehen feiern. Vermutlich hat es im Dorf schon bald nach der Gründung eine der Heiligen Katharina geweihte Kapelle gegeben. Sie wurde aber 1579 abgerissen und durch ein größeres Kirchgebäude ersetzt. An diese Zeit erinnert jetzt nur noch die Umfassungsmauern, die einen typischen gotischen Grundriss bilden: ein lang gestrecktes Kirchenschiff mit einem aus dem Sechseck geschlossenen Ostende.

1742 bis 1744 wurde die Kirche unter dem damaligen Pfarrer Julius Friedrich Winzer im barocken Stil völlig umgestaltet. Sein Bildnis ist über der Nordempore zu sehen.

Im Zuge der Umgestaltung des Kircheninneren ist der Kanzelaltar errichtet worden, der das optische Zentrum des Kircheninneren bildet. Daß die Kanzel über dem Altartisch angebracht ist, drückt die reformatorische Hochschätzung des Wortes Gottes aus: Erst unter Gottes Wort werden Brot und Wein des Abendmahls zu Leib und Blut Christi. Daß die Predigt nicht nur der Auslegung der Bibel dient, sondern selbst Gottes aktualisiertes Wort ist, wird durch den an der Kanzelbrüstung angebrachten hebräischen Schriftzug des Gottesnamens "Jahwe" zum Ausdruck gebracht.

Oben auf dem Altaraufbau sind drei Holzfiguren aufgestellt: In der Mitte der auferstandene Christus mit der Geste des Sieges über den Tod; umrahmt ist er von zwei Engeln. Zu linken Jesu steht Mose mit steinernen Tafeln der 10 Gebote. Auf der rechten Seite ist der mit einem Gewand aus Kamelhaaren bekleidetet Johannes der Täufer dargestellt; in seiner Hand hält ein Buch mit einem Lamm darauf. Johannes der Täufer verweist auf Jesus und sagt: "Das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt."

Beim Umbau 1742/44 veränderte sich das Erscheinungsbild der Kirche auch äußerlich: So wurde der Dachreiter abgetragen und an der Westseite ein neuer Turm errichtet. Auch wurden die Fenster vergrößert. Zudem sind an der Nordseite sind die Herrschaftskapellen der Rittergüter von Naundorf, Leuben und Casabra angebaut worden. Diese Räume werden jetzt teilweise als Archiv genutzt. In ihrem Inneren stehen aber noch immer wertvolle barocke Öfen.

Im Jahre 1896 war eine erneut Renovierung der Kirche notwendig geworden. Im Zusammenhang damit wurde die Westvorhalle angebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das Bleiglasfenster im südöstlichen Altarraum. Es zeigt den auferstandene Christus.

Die pneumatische Jehmlich-Orgel unserer Kirche stammt von 1907. Unübersehbar sind in ihrem Gehäuse sind Teile der alten Orgel wiederverwendet worden.

Seit im Jahre 1993 Naundorf sein 750jähriges Jubiläum feierte, präsentiert sich die Kirche innen und außen nach denkmalplfegerischen Grundsätzen renoviert. Nur die Orgel bedarf nun noch einer gründlichen Reparatur.

Die Glocken der Kirche zu Naundorf rufen fast jeden Sonntag und zu den meisten kirchlichen Feiertagen zum Gottesdienst. Auch zu Konzerten und Vorträgen wird eingeladen - manchmal sogar zu einer Kinovorführung.

Naundorf, September 2000

 

Quellen: Neue Sächsische Kirchengalerie, Leipzig 1901; Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Dresden 1905

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