Die Kirche von Zöschau

Die Kirche von Zöschau ist auf einer Anhöhe, direkt an der Straße von Oschatz nach Döbeln gelegen. Der wehrhaft anmutende Turm zeigt, dass wir es mit einer romanischen Kirche zu tun haben. Auch die halbkreisförmiger östliche Apsis und die Form mancher Fenster verweisen auf die Romanik. Schätzungen zufolge wurde die Zöschauer Kirche um 1150 erbaut.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1656 vermerkt, dass 1637 "das ganze Dörflein Zöschau durch die Soldaten eingeäschert" wurde "und dazu die Einwohner durch den Würgeengel, die Pest, geschlagen" worden sind, "so dass alles zur Einöde ward." Erst als der 30-jährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden von 1648 beendet wurde, konnte das Dorf allmählich wieder besiedelt werden. Allein das Kirchgebäude scheint diese Katastrophe einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben. Das wird daran deutlich, daß in der Kirche bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine gotischer Altarschrein angebracht war. Der Mittelschrein zeigte den Heiligen Nikolaus, dem die Kirche einst geweiht worden war, dem Schutzpatron u.a. der Händler, Pilger und Reisenden.

 

1893 wurde die Kirche in ihrem Inneren grundlegend im Stil des Historismus umgestaltet. In diesem Zusammenhang wurde der gotische Altarschrein in ein Dresdener Museum verbracht, wo er in der Bombennacht am 13. Februar 1945 verbrannt sein soll. Im Jahr 1893 wurde ein neuer Altaraufbau aufgestellt, dazu eine neue Kanzel und ebenso neues Gestühl. Auch wurde das Kircheninnere dem Geschmack der Zeit entsprechend ausgemalt. Allein die Triumphbögen, die Form der Apsis und des Gewölbes über dem Altarraum erinnern noch an die romanische Herkunft der Kirche. Das ältestes Stück der Inneneinrichtung ist ein gotisches Sakramentshäuschen aus Sandstein.

Nachdem die Kirch in den 1970er und 1980er Jahren beinahe völlig verkommen wäre, wurde sie nach dem Ende der DDR innen und außen vollständig saniert, so daß sich die Kirche jetzt in etwa der Gestalt vom Ausgang des 19. Jahrhunderts präsentiert. Zahlreiche und großzügige Spender haben es sogar möglich gemacht, dass die einmanualige mechanische Pfützner-Orgel von 1846 restauriert werden konnte.

Die Kirche von Zöschau gehört zur Kirchgemeinde Naundorf. Etwa einmal monatlich finden dort Gottesdienste statt. Der schönen Orgel wegen ist es nun schon zur Tradition geworden, dass die Gemeinde am Sonntag "Kantate" in Zöschau einen festlichen kirchenmusikalischen Gottesdienst feiert. Zudem wird im Sommer eines jeden Jahres zu einer Orgelvesper nach Zöschau eingeladen.

Quellen: Neue Sächsische Kirchengalerie, Leipzig 1901; Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Dresden 1905

Unsere Bankverbindung:
Kreditinstitut: Bank für Kirche und Diakonie; IBAN: DE 14 3506 0190 1670 4090 11; BIC: GENODED1DKD Empfänger: Kirchgemeinde Naundorf ; Verwendungszweck: Kirche  Zöschau